Selbsthilfegruppen

Auch in der Epilepsieselbsthilfe gibt es unterschiedliche Arten von Selbsthilfegruppen. Es gibt Gruppen, die vor allem der gemeinsamen Freizeitgestaltung dienen. Diese Gruppen sind besonders hilfreich für Menschen, die aufgrund ihrer Epilepsie zurückgezogen leben und wenig Kontakt zu anderen haben – aber auch Menschen, die Lust auf neue Erfahrungen haben, können von diesen Gruppen profitieren. Hier stehen gemeinsame Aktionen im Mittelpunkt der Aktivitäten: Feste, Ausflüge, Kinobesuche, Theaterbesuche – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Demgegenüber gibt es Gesprächsgruppen, in denen eher der gemeinsame Informations- und Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt steht. In diesen Gruppen werden in der Regel Dinge besprochen, die für die Bewältigung der Epilepsie hilfreich sind: Es werden Erfahrungen über Ärzte, Medikamente, verschiedene Behandlungsmöglichkeiten etc. ausgetauscht, aber auch der Umgang mit der eigenen Erkrankung bzw. die daraus resultierenden Erfahrungen mit anderen Menschen (Kollegen, Freunden und Bekannten, Partnern, Familienangehörigen etc.) werden hier besprochen.

Ob es sich nun um Gruppen handelt, die eher der gemeinsamen Freizeitgestaltung dienen oder um Gesprächsgruppen, gemeinsam ist ihnen in der Regel, dass sie selbstorganisiert sind und nicht von professionellen Helfern geleitet werden.

Wichtig ist, dass die Mitglieder sich aktiv und kontinuierlich am Gruppengeschehen beteiligen. Es ist zwar hilfreich, wenn die Gruppe über eine Kontaktperson verfügt – aber diese muss nicht zwangsläufig die Leitung der Gruppe übernehmen. Im Gegenteil: Bewährt hat sich, wenn die Verantwortlichkeit auf viele Schultern verteilt wird: Jedes Gruppenmitglied sollte einmal eine gemeinsame Aktion – z.B. einen Kinobesuch – organisieren; jedes Gruppenmitglied sollte einmal eine Gruppensitzung moderieren. Dies stabilisiert nicht nur die Gruppe und stärkt das Verantwortungsgefühl für die gemeinsame Sache, sondern ermöglicht es dem Einzelnen auch, neue Fähigkeiten bei sich zu entdecken oder verloren geglaubte wiederzuentdecken.

In der Regel arbeiten die Gruppen selbstbestimmt, d.h. für ihre jeweiligen Inhalte und Arbeitsweise zeichnet die Gruppe selbst verantwortlich. Dies gilt auch für die Selbsthilfegruppen, die in der Deutschen Epilepsievereinigung e.V. zusammengeschlossen sind. Der Landesverband bietet zwar allen Gruppen seine Unterstützung an, wird allerdings erst dann tätig, wenn die Gruppen die Unterstützung anfordern. Der Landesverband geht dann aktiv auf die Gruppen zu, wenn es für diese neue Informationen gibt oder wenn gemeinsame Aktionen – wie z.B. zum Tag der Epilepsie – geplant sind. Allerdings entscheidet jede Gruppe autonom für sich, ob und auf welche Art und Weise sie sich an den jeweiligen Aktionen beteiligt.

Wenn sich jemand einer bestehenden Selbsthilfegruppe anschließen oder in seinem Umfeld eine neue Gruppe gründen möchte, sollte zunächst überlegt werden, um was für eine Gruppe es sich handeln soll. Besteht eher Interesse an einer gemeinsamen Freizeitgestaltung oder soll der Erfahrungsaustausch in Gesprächsgruppen im Mittelpunkt stehen?

Adressen bestehender Epilepsieselbsthilfegruppen in Sachsen-Anhalt finden sich im Adressteil – es empfiehlt sich jedoch, bei der Suche nach einer Gruppe die Geschäftsstelle des Landesverbandes zu kontaktieren und sich dort beraten zu lassen.

Bei der Gründung von neuen Gruppen kann der Landesverband hilfreich sein – vor allem wenn es darum geht, weitere Interessenten zu finden – über Flyer oder Zeitungsannoncen auf das Gründungstreffen aufmerksam zu machen, einen geeigneten Raum für das Gründungstreffen zu organisieren und dieses Treffen gemeinsam vorzubereiten und zu moderieren.

Trifft sich eine Gruppe zum ersten Mal, steht zunächst das Gespräch über die Organisation der Gruppe im Mittelpunkt: Wie häufig trifft sich die Gruppe? Zu welcher Uhrzeit? An welchem Ort? Zumeist wird hier derjenige die Diskussion leiten, auf dessen Initiative die Gruppengründung zurückgeht.

Handelt es sich bei der neu gegründeten Gruppe um eine Gruppe, in der die Gruppengespräche im Mittelpunkt der Arbeit stehen sollen, empfiehlt sich die Anwendung der im Folgenden aufgeführten Regeln für Gruppengespräche, die in der Praxis vielfach erprobt wurden. Auch wenn die Regeln nur als Richtschnur gedacht sind, ist es hilfreich, sind bei den ersten Gruppentreffen strikt an ihnen zu orientieren – es wird dann sehr schnell deutlich, wie sehr die Gruppe davon profitiert und wie sehr es ihr hilft, bei den Gesprächen den roten Faden nicht zu verlieren.

Auch hat sich bewährt, dass jeweils eine Person für die Moderation einer Sitzung zuständig ist. Allerdings sollte dies nicht immer dieselbe Person sein – am besten ist es, wenn die Moderation der Sitzungen reihum geschieht. Bei der Einhaltung der im Folgenden genannten Regeln ist dies übrigens gar nicht so schwer, wie viele vermuten – fast jeder ist nach einiger Übung dazu in der Lage!

Bei der Gestaltung der Gruppenabende von Gesprächsgruppen ist es hilfreich, sich an folgenden Gruppenregeln zu orientieren, die hier zum Download bereitstehen.

Download Gruppenregeln

Die folgende Liste von Selbsthilfegruppen in Sachsen-Anhalt ist aufsteigend nach Postleitzahl sortiert.

SHG für Epilepsie

Fischstraße 17
06618 Naumburg
Frau Beate Pratzer
Tel.: 03445 202927

SHG für Epilepsie

Heideweg 12
06648 Eckartsberga
Herr Helmut Zausch
Tel.: 034467 20238

SHG für Epilepsie

Voigtstraße 3
06712 Zeitz
Frau Bärbel Teßner
Tel.: 03441 217085

Verein für Epilepsiekranke u.d. Angehörige e.V.

Scharnhorstring 18
39130 Magdeburg
Frau Gundula Kubczyk
Tel.: 0391 7232059